Reise Tagebuch
Iran '07
“Reisen veredelt den Verstand und räumt gründlich mit unseren Vorurteilen auf."
Oscar Wilde
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04.04.07 Serbien – Macedonien – Stavros (Griechenland)
Als erstes testen wir den Kaffe im Restaurant „Tito“ auf dem Autobahnparkplatz. Fleißige Hände haben die Wände mit Gemälden und Bildern des verstorbenen Diktators geschmückt. Eine Ecke ist wie ein Wohnzimmer mit Kamin und Bücherregalen mit einer großen Büste eingerichtet. Wo ist denn die Kamera, wenn man sie braucht?!
Als wir kurz vor 8 Uhr starten, scheint die Sonne, und es sind 14°C.
Unterwegs sehen wir sehr viel Müll in der Landschaft, aber es blühen auch die ersten Löwenzähne bei Vranje.
Ab 10 Uhr ist es bedeckt. Kurz vor der Grenze tauchen die ersten Minarette von Moscheen auf (wir haben 10 gezählt) und ein erster Storch zeigt sich..
Wir erreichen Macedonien um 10:40 Uhr bei Kilometer 2132.
Der Zöllner spricht sehr gutes Englisch. Nachdem er erfahren hat, wohin uns unsere Reise führen soll, fragt er, ob wir denn nicht wüssten, was dort gerade los ist. Wissen wir.
Bei der ersten Mautstelle werden wir von draufgängerischen Ziegeunern umgeben. Frauen und Kindern, die Geld von uns haben wollen, legen sich vor uns auf die Straße und betteln. Sollten die Kinder zu dieser Zeit nicht in der Schule sein? Wir lassen uns nicht darauf ein.
Gleich ein paar Kilometer weiter will man uns auf der Straße abfangen.Drei Männer laufen vor uns über die Straße auf den Mittelstreifen und wollen uns anhalten. Was ist denn hier los? Wir fahren weiter. Hier würden wir wohl eher nicht auf einem Autobahnparkplatz übernachten...
Uns fällt auch der rumliegende Müll in der Landschaft auf. Die Leute haben wohl andere Sorgen, als den Umweltschutz.
Oft sieht man Leute die Autobahn zu Fuß überqueren, wenn sie die Nachbarn besuchen gehen. Es ist annähernd nicht so viel los auf der Autobahn, als in Deutschland.
Es ist bedeckt, um die 17°C.
Um 12:55 Uhr erreichen wir endlich die griechische Grenze bei Kilometer 2305. HELLAS, wir sind wieder in Europa!
Netter Empfang: bei der ersten Tankstelle werden wir mit Werbegeschenken von einem alten Mann überschüttet. Er spricht ein paar Worte Deutsch. Die Rückfahrt auf die Autobahn gestaltet sich schwierig, da man nur auf die entgegengesetzte Richtung wieder auffahren kann. Beim Drehen werden wir von einem Soldaten erwischt. Professionell und freundlich blockiert er mit seinem Auto die Straße und zeigt uns den Weg zurück.
Die Wiesen sind satt grün und bunt von blühenden Blumen und Kräutern. Wir sehen den ersten roten Klatschmohn, Diestel und Ginster blühen am Fahrbahnrand.
Ein Storch wartet auf sein Abendessen bei einem Bauern, der sein Feld mit dem Flug bestellt.
Die einspurige Autobahnauffahrt von Thessaloniki nach Kavala wird kurzerhand zweispurig befahren. Der griechischer Autofahrer gibt sich erfinderisch. Das Einfedeln ist einfach, weil unsere Dimensionen überzeugen.
Bei Stavros erreichen wir das Thrakische Meer. Die Leute arbeiten bedächtig an ihren Läden und Restaurants. Die ersten Schwälbchen sind schon da, die Touristen lassen sich noch auf sich warten. Ebenso der Sommer.
Es ist bewölkt und um die 17°C.
An einer Quelle im Gebirge füllen wir unseren Wassertank auf. Wir bekommen ein Paar verwildete sportliche Schweine und Kühe zu sehen, die genüßlich an den frischen Kreutern knabbern.
Andreas findet schnell unseren Lieblingsplatz am Strand vom letzten Jahr, als ob er hier zuhause wäre. GPS ist ein tolles Ding! Wir haben Glück und sind völlig alleine in der Bucht.
Nach dem leckeren Abendschmaus retten wir uns ins Auto vom Regen.
Heute haben wir eine Strecken von 585 km hinter uns gebracht.
Unsere Route: