Reise Tagebuch
Iran '07
“Reisen veredelt den Verstand und räumt gründlich mit unseren Vorurteilen auf."
Oscar Wilde
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18.04.07 Über die iranische Grenze

Es hat die ganze Nacht geregnet und gestürmt bei 7°C. Nach dem Frühstück fahren wir mit Jürgen in sein Büro um unsere Webseite zu aktualisieren. Wir verabschieden uns herzlich und starten um 11:30 Uhr bei Niesel-Regen. Unser Auto ist mittlerweile nicht mehr grün, sondern schlammbraun.
Unweit der iranischen Grenze schauen wir uns einen einst 60 m tiefen Meteoritenkrater an, der nun vielleicht noch 25m tief ist. Durch die Aufregung des nahenden Grenzübertrittes und nicht zuletzt der Anwesenheit des türkischen Militärs vergessen wir glatt ein Foto zu machen.
Um 12:15 Uhr gelangen wir an die iranische Grenze. Wir müssen wegen der Mittagspause der Beamten warten. Auf der iranische Seite erleben wir einen freundlichen, organisierten Empfang. Eine junge Iranerin begleitet uns um alle Formalitäten für uns zu erledigen. „Welcome to Iran“ sagt sie als unsere Papier komplett sind. Leider teilt sie uns auch mit, dass es seit Neuestem notwendig wäre, für Touristenfahrzeug, die länger als 10 Tage im Land bleiben, ein Kennzeichen zu beantragen. Dafür müssen wir nach Tabriz.
Nach insgesamt nach 5152 km und 9 Grenzübergängen sind wir um 15:00 Uhr im Iran.
Laut unseres Reiseführers schreibt man hier das Jahr 1386, was Ende März angefangen hat. Der iranische Sonnenkalender setzt als Jahr 0 das Jahr 622 n.Ch. an, den Auszug des islamischen Propheten Muhammad aus Mekka. Der Unterschied zur mitteleuropäischen Zeit beträgt in der Sommerzeit 1,5 Stunden, also ein halbe Stunde mehr, als in der Türkei.
Als erstes fallen uns die persische Schilder auf. Im Verkehr gibt es meistens auch lateinische Versionen, man muss aber immer auf der Hut sein.
In Tabriz erleben wir, wie ein richtiges orientalisches Verkehrschaos ohne jegliche Regeln, in der Praxis aussieht. Weder werden die Spuren eingehalten, noch wird geblinkt. Dafür wird permanent gehupt. Es ist dunkel und regnet leicht. Traumbedingungen um als deutscher Tourist, die ersten Erfahrungen im iranischen Straßenverkehr zu machen. Die meisten Autos (90%!) sind trotz Dunkelheit nicht beleuchtet. Ist die Beleuchtung eingeschaltet, so ist es meißtens nur Standlicht (in Mode sind gerade LED Einsätze, die im Farbwechsel Rot, Grün oder Gelb blinken- SUPER!). Kommt ein Auto von hinten, so wird mit Lichthupe geblinkt, weil man ihn ja nicht sieht, zur Sicherheit wird noch ein wenig gehupt. Fußgänger und Mopeds mischen sich zwischen den Autos. Sie scheinen keine Angst zu haben überfahren zu werden. Bei der Dunkelheit sind sie erst im letzten Moment vor der Kühlerhaube des Defenders auszumachen. Als wir am Bazar vorbeifahren erreicht der Verkehrsdichte ihren Höhepunkt. Was hier los ist, kann man sich als Europäer kaum vorstellen. Andreas kämpft sich tapfer hindurch. Schließlich nehmen wir einen neuen Anlauf in dem wir noch einmal auf die Umgehungsstrasse hinausfahren und direkt in das Bahnhofsviertel abbiegen. Dort finden wir durch einen glücklichen Zufall direkt ein Hotel. Hier bewegen wir uns ganz sicher nicht mehr weg! Egal was es kostet: 45 $! Für iranische Verhältnisse ein teures Hotel.
Gegen 20:30 Uhr checken wir ins Hotel ein und besuchen wir das benachbarte Internetcafe. Es wird spät, als wir endlich schlafen gehen. Wir haben morgen einiges vor und sind schon gespannt, wie wir eine komplette Zulassung auf Iranisch bewältigen können.
364 km kamen heute auf dem Tacho hinzu.
Unsere Route: