22.04.07 Zu Gast in Damghan

 

Bunte Berge in der WüsteWir schlafen bis 8 Uhr, dann gehen wir frühstücken. Das dünne Brot ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Karottenmarmelade schmeckt es ganz lecker. Um 11 Uhr holt uns Sima mit ihrer Freundin Vahideh und deren Bruder Reza ab. Sie kaufen unterwegs für uns alle Getränke, Knabberzeug, Obst ein. Tee zum Picknick haben sie bereits dabei. Wir fahren zu einem kleinen See mitten in der Wüste. Die Frösche quaken so laut, dass wir sie schon aus hundert Meter Entfernung hören.

 

 

Reza zeigt uns die alte BurgDanach geht es zu einer alten Königsburg, die hoch ins Gebirge gebaut worden ist. Direkt darunter machen wir Picknick an einer Quelle, die direkt aus dem Burgberg entspringt. Ein wahrer Schatz in der Wüste. Die Burg wurde vor 6000 Jahren errichtet. Überall liegen Tonscherben in türkis leuchtender Farbe herum. Hier wurde noch nicht ausgegraben. Lediglich vier goldene Masken wurden vor kurzer Zeit zufällig entdeckt.

 

 

Es ist ganz schön heiß in der Sonne. Das Gespräch ist sehr intensiv und interessant, die Neugierde ist gegenseitig. Jetzt können wir all unsere Fragen stellen und mehr über das Leben dieser Menschen erfahren.

 

Eine herrliche Oase inmitten der trockenen LandschaftWeiter geht die Fahrt zu einem kleinen Palast inmitten eines Teiches aus kristallklarem Mineralwasser, in dem viele Fische schwimmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterwegs halten wir an Reza´s Anwesen, wo er junge, grüne, unreife Mandeln für uns pflückt. Diese schmecken mit Salz am besten, wie er uns zu verstehen gibt.

 

Zurück in Damghan zeigt man uns die älteste Moschee des Iran (über 1200 Jahre alt). All diese Sehenswürdigkeiten sind nicht ausgeschildert, daher für Touristen nicht gerade leicht zu finden. Wir freuen uns all diese schöne Orte sehen zu können. Bessere und freundlichere Begleitung könnten wir uns nicht wünschen!

 

Vahideh muss leider zum Unterricht, so trennen sich unsere Wege. Reza setz uns an Sima´s Elternhaus ab. Wir werden von den Eltern, Geschwistern, Schwiegertochter herzlich begrüßt. Im Wohnzimmer wird für uns auf dem Boden gedeckt.

 

Leckeres Hühnchen mit Reis und SalatEs gibt lauter leckere, herrlich duftende Speisen auf der Decke. Die frischen Kräuter, von denen wir kaum was kennen, stammen direkt aus dem Garten. Es sieht alles herrlich aus schmeckt einfach nur köstlich. Der Reis ist teilweise mit Safran gefärbt und mit leuchtend roten, angebratenen Granatapfel-Perlen dekoriert. Das Hühnchen ist zart und zergeht auf der Zunge. Herrlich! Es gibt ein Joghurt-Getränk und Wasser mit Eis. Als Nachtisch reicht man uns selbstgemachtes Gebäck, Orangen und Tee. Begeistert schauen wir uns die schönen Gemälde von Simas Schwester an. Der Vater ist Arabisch- und Kunstlehrer. Er kam gestern wieder aus dem Krankenhaus, wo er wegen seiner Diabetes behandelt wurde. Als wir das Bild des Urgroßvaters sehen, erfahren wir, dass er 110 Jahre alt geworden ist und 5 Frauen hatte. Der Garten hinter dem Haus ist wunderschön gepflegt und strahlt Ruhe aus. Sima´s Vater zeigt uns stolz seine Pistazien-Bäume und Rosen. Sima´s Mutter bringt uns ständig etwas zum Essen, bzw. zum Trinken und wir werden mehrmals aufgefordert über Nacht zu bleiben.

 

Zu Gast bei Simas ElternSima spielt die Dolmetscherin, so können wir uns auch mit der Familie austauschen. Wir zeigen ein paar Bilder, die wir im Hessenpark bei Obernhain aufgenommen haben. Die ganze Familie drängt sich vor unserem Notebook und schaut sich begeistert die Bilder an. Hoffentlich hinterlassen wir nicht den Eindruck, dass Deutschland ein riesiges Museumsdorf mit lauter Fachwerkhäusern ist.

 

 

 

Der Abschied fällt uns wirklich schwer, doch der Iran ist groß und unsere Zeit begrenzt – leider! Es ist ein überwältigendes Gefühl, schwer in Worte auszudrücken, so herzlich aufgenommen zu werden. Wir haben auch ein kleines Präsent für unsere Gastgeber dabei, über das sie sich sehr freuen. Sima´s Eltern hoffen, dass wir eines Tages wiederkommen – am besten mit Kindern – mit vielen Kindern!

 

Reza holt uns ab und bringt uns zum Hotel. Vorher zeigt uns noch mit dem Auto den Weg für Morgen aus der Stadt und als wir sagen, dass wir noch Brot bräuchten, fährt er in ein Geschäft und kauft Brotspezialitäten und Gebäck für uns ein. Als wir bezahlen wollen, protestiert er und lacht uns nur aus. Am Hotel läuft Rózsika schnell zum Auto und holt für ihn und für seine Schwester auch ein paar leckere Süßigkeiten aus Deutschland als Dankeschön.

 

Morgen früh wartet die Kavir-Wüste auf uns!