Reise Tagebuch
Iran '07
“Reisen veredelt den Verstand und räumt gründlich mit unseren Vorurteilen auf."
Oscar Wilde
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23.04.07 Durch die Kavir-Wüste
Wir stehen sehr früh auf und packen unsere Sachen. Um halb 8 sitzen wir schon im Auto und fahren Richtung Yazd. Es ist jetzt bereits 22°C und die Sonne brennt.
Kaum sind wir aus der Stadt heraus, beginnt die Wüste.
Anfangs noch recht grün mit vielen Büschen und Gräsern, später völlig karg, aber erstaunlich abwechslungsreich – Berge, Felsen, Sand, Salz, hin und wieder sogar grünes Gras und gelbe Blümchen am Straßenrand.
Die Temperaturen steigen schlagartig: bald haben wir 34°C - im Auto etwas mehr. Die Luft ist extrem trocken und wir müssen viel trinken.
Wir halten an einem Salzsee und bewundern die getrockneten Salzformationen und Salzkristalle.
Die Beschaffenheit des Bodens ist interessant: Mal ist er hart wie Beton, drei Schritte weiter sinkt man bis zu den Knöcheln ein, da nur die oberste Schicht trocken ist. Darunter wartet zäher Matsch. Keine gute Idee hier mit dem Auto herumzufahren, es würde mit Sicherheit innerhalb von Minuten versinken.
Als wir die ersten „Vorsicht – Kamele“ – Verkehrsschilder sehen, haben wir das Gefühl, ganz weit weg von Zuhause zu sein.
Die Dörfer, an denen wir vorbeifahren, bestehen größtenteils aus Lehmhäusern mit Kuppeln. Rundum herum sind die Bäume und Palmen grün, richtige Oasen mitten in der Wüste.
Wir kommen auf den (leider) sehr gut ausgebauten Strassen schnell voran, verbringen jedoch den ganzen Tag im Auto wegen der großen Entfernung – 659 km legen wir heute zurück.
In Yazd angekommen steuern wir zielstrebig ins Hotel Orient, welches ein altes restauriertes Herrenhaus ist. Durch eine kleine Tür geht man ein paar Stufen hinab und plötzlich ist man in einer anderen Welt. Wir stehen in einem wunderschönen, orientalischen Innenhof, in dessen Mitte ein Springbrunnen plätschert.
Von der Dachterrasse genießen wir den Blick über die Altstadt. Zwischen Lehmgebäuden und Windtürmen leuchten die türkisfarbenen Türme und Kuppel der Moscheen heraus. Ein Traum aus tausend und einer Nacht.
Als die Sonne um 18:15 untergeht, schlendern wir in die Stadt und werfen uns ins Getümmel. Die Straßen sind trotz der Dunkelheit belebt, viele Motorräder machen einen ohrenbetäubenden Lärm und die Geschäfte haben geöffnet. Die Handwerker arbeiten fleißig mit eigenen Händen in ihren Werkstätten.
Nach unserem Besuch in einem Internetcafe entdecken wir den Bazar. Yazd ist berühmt für ihre Seide-, und Textilproduktion, sowie für Goldschmiedekunst. In den engen Gassen des Bazars hängen die Tücher von der Decke bis zum Boden hinab. Goldschmuck glitzert aus allen Ecken.
Es ist, wie in einer warmen Sommernacht, als wir durch das Labyrinth aus engen Gassen unseren Weg zurück zum Hotel suchen.
Wir sitzen noch am kleinen Teich im Innenhof auf Holzbänken mit Teppichen und Kissen. So müssen sich auch die Kaufleute der Karawanen gefühlt haben, als sie nach einem langen Weg durch die Wüste in einer solchen Oase eine Unterkunft gefunden hatten.
Unsere Route: