Reise Tagebuch
Iran '07
“Reisen veredelt den Verstand und räumt gründlich mit unseren Vorurteilen auf."
Oscar Wilde
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24.04.07 In Yazd
Gegen 9 Uhr sitzen wir auf der Dachterrasse beim Frühstück. Das Wetter ist traumhaft, wie im Hochsommer zuhause. Eigentlich schade, dass man sich so einmummeln muss.
Das Essen ist lecker und tut gut. Für Andreas gibt es sogar Kaffee, für Rózsika Wassermelone und saftige Riesendatteln.
Von unserem Hotel führt uns der Weg zu benachbarten Freitagsmoschee, deren verzierte Türme sich imposant in den Himmel recken. Dort wird Andreas von einem jungen Iraner angesprochen. Zwei Begleiterinnen bleiben im Hintergrund und schauen neugierig zu uns herüber. Er erzählt über die Geschichte der Moschee, dann überreicht er Andreas seine Visitenkarte für den Fall, dass wir Hilfe brauchen.
Weiter schlendern wir durch das Gewirr alter Gassen vorbei an Handwerksbetrieben, Gewürzhändlern, Schuhputzern, Schneidern und vielen anderen Geschäften. Hier und da grüßt man uns freundlich. Es wird gefragt, woher wir kommen und wie es uns hier gefällt. Erstaunlich ist es immer wieder, wie sehr sich die Leute freuen, wenn sie hören, dass wir aus Deutschland kommen.
Wir schauen uns noch die Moschee Masdjed-e Mir Chaqmaq an und und laufen weiter zum Ateshkadeh, einem Tempel der Zarathustrier. Die Religion der Zarathustrier ist älter als die des Islams. Der Großteil der Zarathustrier konvertierte zum Islam, während hier noch eine Minderheit diese Glaubensrichtung praktiziert. Als wir dort am Tempel ankommen, stehen wir leider vor verschlossenen Toren.
Mittlerweile haben wir um die 34°C im Schatten, in der Sonne ist es kaum auszuhalten. Deswegen entscheiden wir uns für den Rückweg einen Taxi zu nehmen.
Durch die Gänge des Bazars nehmen wir den Weg zurück zu unserem Hotel. Die unterwegs erstandene Melone vertilgen wir genüsslich in unserem Zimmer mit Klimaanlage. Die anderen Touristen suchen auch nach der Kühle des Hotels um die Mittagshitze zu überbrücken.
Gegen 16:30 Uhr wagen wir uns wieder heraus und besuchen einen alten Hamam, der in ein Teehaus verwandelt worden ist.
Auf dem Weg dort hin spricht man uns immer wieder an und fragt woher wir kommen. Aber die Leute sind so angenehm zurückhaltend, dass es wirklich Spaß macht. Man wird neugierig und dezent beäugt. Erwidert man den Blick und grüßt mit „Salam“, so überkommt die Menschen ein freudiges Lächeln und sie fragen sofort nach dem wohin und woher, ob sie helfen können oder man steckt uns eine Visitenkarte zu.
Wir sind im Hamam noch nicht ganz zu Tür herein, da winkt uns eine Gruppe iranischer Mädels zu. Ein Pärchen in der Ecke grüßt auch freudig herüber. Rózsika winkt zurück. Beim Abschied besucht sie die Gruppe junger Frauen und schüttelt fleißig Hände. Leider sprechen sie nur Farsi, so dass kein richtiges Gespräch zustande kommt.
Wir essen im Hotel Silk Road ein leckeres vegetarisches Menü. Dort treffen wir auch andere deutsche Touristen. Unter anderem eine Frau, die ganz alleine den Iran bereist, was kein Problem darstellt. Danach geht’s wieder zurück in unser Hotel und wir bereiten uns auf morgige Fahrt nach Shiraz vor.