26.04.07 In Shiraz

 

Wir frühstücken gegen 8:00 Uhr im Restaurant des Hotels. Es gibt ein Buffet mit vielerlei Leckereien. Andreas hat im Vergleich zu Rózsika heute kaum Hunger. Die Araber sitzen wieder im Foyer, wie bereits am gestrigen Abend. Gegen 8:45 Uhr treffen wir uns vor dem Hotel mit Ressa, der uns von einer Sehenswürdigkeit  der Stadt zur anderen führt. Es ist ein heißer, meist leicht bewölkter Tag.

 

Andreas und RessaEs macht Spaß mit ihm durch die Gassen zu schlendern und ihm zuzuhören. Wir löchern ihn mit Fragen bezüglich Geschichte, Religion und Gesellschaft, die er geduldig beantwortet. Es ist ein schönes Gefühl mit jedem Tag etwas mehr über Land und Leute zu erfahren.

 

 

 

 

 

 

 

Die Festung Arg-e Karim KhanAls erstes besuchen wir die Arg-e Karim Khan, eine ehemalige Festung, die ursprünglich als Residenz des Herrschers diente, später aber als Gefängnis und noch bis in die 60ern als Polizeipräsidium genutzt wurde. Ein Wehrturm von vieren ist infolge eines Erdbebens in den Untergrund abgesackt, so dass er ein wenig an den Turm von Pisa erinnert.

 

 

 

 

 

Rózsika verteilt AutogrammeNeben den herrlich duftenden Orangenbäumen rund um den Springbrunnen wird Rózsika von kleinen neugierigen Mädchen umringt und muss Autogramme verteilen. Es ist schon etwas besonderes als Tourist im Iran unterwegs zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

Die Vakil-MoscheeAuf dem Innenhof der Vakil-Moschee wird gerade restauriert: die alten, wertvollen Steine werden rausgerissen und durch neue ersetzt. Ressa erklärt uns, dass Restaurationen nicht immer nur zum besten führen, wenn sie auch gut gemeint sind. Wir besichtigen den Sommergebetsraum, der im Vergleich zum Wintergebetsraum groß und luftig ist. Die 48 mächtigen Säulen in fünf Reihen beeindrucken uns.

 

 

 

Es gibt drei Gebetsnischen für den Imam (Vorbeter) – zur einen führt eine wunderschöne, aus einem Stück gearbeitete Marmortreppe hinauf, die aus Azerbeijan stammt. Laut Ressa verrät das Alter einer Moschee die Farbenwahl der Fliesenverkleidung: vor ca. 400 Jahren wurde überwiegend Dunkelblau, 200 Jahre später eher Weiß, Gelb, Rosa und Hellblau für die Blumen-, Ranken-, und Vögelmotive verwendet.

 

 

Madreseh-ye KhanDurch den Bazar führ unser Weg zu einer der ältesten Koranschulen Irans, zur Madreseh-ye Khan. Die riesigen, mehrere Jahrhundert alte Holztüren sind geschlossen, aber Ressa klopft an und man gewährt uns Einlass. Wir schlendern durch einen verzauberten, vom lauten Lärm der Straße verschonten Garten. Der süße Duft der blühenden Orangen liegt schwer in der Luft. Wir kosten eine Orange – sie schmeckt sauer, aber erfrischend.

 

 

 

Blick auf ShirazVom Dach der Koranschule haben wir eine fantastische Aussicht auf die ganze Stadt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GewürzeIm Bazar kaufen wir Safran, getrocknete Orangenblüten und Halva. Ressa übersetzt und vermittelt fleißig – ein tolles Erlebnis mit einem Einheimischen unterwegs zu sein! Immer wieder steckt er uns etwas zu und lässt uns probieren, wie zum Beispiel eine kleine weiße Kugel aus Joghurt oder Kräuter aus den Bergen.

 

 

 

 

 

 

StoffeWir erfahren, dass die bunten Kleider und Stoffe auf dem Bazar von den Nomaden bevorzugt werden. Bald erreichen wir den Teil des Bazars, den Sarai-ye Moshir, der sich unter den schönen Ziegelkuppeln einer ehemaligen Karawanserei befindet.

 

 

 

 

 

 

 

Von hier aus laufen wir in die wunderschöne Nasir-al-Molk Moschee, die ca. 130 Jahre alt ist. Die spiralförmig gedrehten Säulen, die türkisfarbenen Bodenfliesen, die bunten Fenster und die Fliesenbekleidung beeindrucken uns sehr. Ressa übersetzt die arabischen Schriften an der Wand und erklärt uns den Unterschied zwischen der schiitischen und sunnitischen Glaubensrichtungen.

 

SpiegelsaalImmer noch vertieft im Gespräch kommen wir im Baq-e Naranjestan an. Es ist ein alter Stadtpalast mitten in einem schönem Garten mit einem Museum. Der Garten lädt zum Verweilen ein. Rózsika wird in einem wunderschönen, von Spiegeln glitzernden Raum von einer jungen Iranerin namens Solmaz auf Deutsch angesprochen. Ihr Vater hat vor 21 Jahren in Deutschland Medizin studiert und sie hat vor dort Architektur zu studieren. Die beiden plaudern eine ganze Zeit lang mit einander.

 

 

Im Taxi durch ShirazEs ist mittlerweile Nachmittag, wir sind ganz schön müde und die Füße sind rund. Ressa begleitet uns im Taxi zurück zum Hotel. Die Araber sitzen immer noch da – Ressa meint, sie genießen hier das Klima. Am nahe gelegenen Persischen Golf ist es momentan sehr heiß.

 

 

 

 

 

 

Wir schreiben bis zum Abendessen fleißig die Texte für die Webseite, dann packen wir unsere Sachen.

 

Auf dem Weg zum Internet-Cafe wird Rózsika beinahe überfahren. Kurz darauf sehen wir einen Unfall. Wir sitzen im Internet-Cafe und laden die aktuellen Daten auf den Webserver, als es direkt vor der Tür richtig knallt. Die Fahrer diskutieren kurz, dann fährt jeder seiner Wege auf der Suche nach dem nächsten Unfallopfer. So nett wie die Iraner sind, aber beim Autofahren verstehen sie keinen Spaß!

 

Morgen werden wir früh aufstehen und durch über Persepolis Richtung Isfahan fahren.