Reise Tagebuch
Iran '07
“Reisen veredelt den Verstand und räumt gründlich mit unseren Vorurteilen auf."
Oscar Wilde
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04.05.07 Auf Zypern
Wir werden gegen 6 Uhr wach. Es schaukelt jetzt ein wenig mehr und Rózsika ist etwas grün im Gesicht. Mit einer Stunde Verspätung kommen wir um 9 Uhr im Hafen von Girne auf Zypern an. Die Fähre hat für die 120 km rund 7 Stunden gebraucht.
Gut eine Stunde später haben wir die Zoll- und Polizeikontrollen hinter uns. Unser Fahrzeug müssen wir hier neu versichern. Zum Glück brauchen wir kein Kennzeichen.

Anschließend fahren wir in die Stadt, um im alten historischen Hafen genüsslich und reichlich zu frühstücken. Auf dem Weg dorthin müssen wir uns erst ein mal an den Linksverkehr gewöhnen. Es ist 10:30 Uhr und bereits um die 27°C. Die Sonne scheint und eine angenehme Brise weht.
Direkt neben uns liegen große Segel- und Ausflugsboote. Auf einigen wird noch gewerkelt, manche fahren mit Touristen aufs Meer hinaus. Wir laufen eine Runde im Hafen, dann machen wir uns auf die Suche nach einem Hotel.
Andreas fährt zum Mare Monte Hotel, wo er vor gut 20 Jahren einen Urlaub mit seinen Eltern verbracht hat. Das Hotel ist mittlerweile geschlossen und verkommt zur Ruine. Es wird in den nächsten Jahren neu aufgebaut, sagt der Wärter am Tor.
Wir dürfen trotzdem aufs Gelände und schauen uns um. Die Büsche, Bäume, Weinstöcke sind inzwischen 30 Jahre alt, alles wuchert, gedeiht und blüht wie in einem in Vergessenheit geratenen, verzauberten Märchengarten. Die Jasminbüsche duften herrlich. Andreas findet sogar den Bungalow, wo in dem er damals gewohnt hat! Es ist für ihn ein komisches Gefühl nach so viel Zeit hier zu stehen.
Mit ein Paar reifen Zitronen in der Hand verlassen wir die Anlage und fahren zum Hotel Top Set in Karaoglanoglu (wer sich diesen Namen ausgedacht hat?!).
Die vielen wunderschönen (uns teilweise unbekannte) Blumen und Pflanzen auf dem Hof und neben dem Veranda verleihen dem Gebäude eine gewisses Flair, das uns zum Bleiben veranlasst. Das luftige, geschmackvoll eingerichtete Galerie-Zimmer und das Pool gefallen uns auch. Es ist alles sauber und aufgeräumt. Das Hotel kennt Andreas auch, es sah vor 8 Jahren allerdings noch ganz anders aus.
Hier spricht man Englisch und es wird nicht viel gefragt, woher man kommt und wohin man geht. Hier gehören Touristen zum Alltagsleben. Wir machen jetzt ein wenig Urlaub vom Urlaub und quartieren uns hier für die nächsten fünf Tage ein.
Wir sind müde und hungrig, also suchen wir uns ein Fisch-Restaurant unweit entfernt am Meer. Das Rosi´s Place ist eine kleine Bude am Strand, wo man unter einer Strohüberdachung herrlichen Fisch genießen kann. Zufrieden und satt schauen wir hinaus aufs Meer. Der Anblick ist einfach immer wieder schön. Kleine Wellen rollen an den Strand. Ein sanftes rhythmisches Rauschen. Die Sonne ist bereits untergegangen und die blaue Stunde färbt die Seenoch kräftiger tiefblau ein.
Wir steigen ins Auto und fahren zurück ins Hotel. Bevor Andreas den Zündschlüssel dreht, murmelt er noch einmal: „Linksverkehr!“
Um 21:30 Uhr schlafen wir bereits tief und fest.
Heute sind wir 96 km in Zyperns Norden gefahren.
Unsere Route: