Reise Tagebuch
Iran '07
“Reisen veredelt den Verstand und räumt gründlich mit unseren Vorurteilen auf."
Oscar Wilde
![]()
Für die Tages-Berichte der einzelnen Wochen bitte auf das
klicken.
05.05.07 Rund um Girne
Wir schlafen ausgiebig und gehen um kurz vor 10 Uhr frühstücken. Wir starten eine kleine Entdeckungstour rund um Girne und beginnen mit den Ruinen von Lambusa. Die Ruinen sind kaum ausgegraben, lediglich der Begräbnisbereich der alten Stadt liegt offen. Die hälfte des Areals liegt in einem militärischen Sperrgebiet.
Hier warten bestimmt noch einige Schätze auf Ihren Entdecker. Ein altes Becken ist noch am Strand erkennbar. Ob es der Fischzucht oder der Salzgewinnung diente bleibt uns verborgen.
Die Sonne ist intensiv, es ist um die 28°C warm, aber mit der sanften Briese, die vom Meer herüber weht, hält man es gut aus.
Durch die engen Gassen von Lapta fahren wir hoch auf das Fünf-Finger-Gebirge mit seinen lichten, duftenden Wäldchen aus Kiefern und Pinien. Ein Teppich aus blühenden Wildrosen breitet sich über den Boden. Die Luft riecht süßlich.
Wir halten für ein Picknick an und genießen die Aussicht herab aufs Meer. Irgendwo in der Nähe weidet eine Herde Zeigen, deren Halsglöckchen wir hören. Weiter geht die Fahrt über die Schotterpiste auf dem Kamm des Gebirges.
Auf der Südseite können wir weit ins Land hinein schauen und sehen den griechischen Teil der Insel. Auf dem Gebirge gibt es drei Burgen zu besichtigen. Die erste davon steuern wir jetzt an.
Die Burg St. Hilarion ist schon von Weitem zusehen. Sie erstreckt sich rund um einen der Gipfel des Gebirges. Die Zyprioten sagen, sie diente als Vorbild für das Märchenschloss in Disneyland. Gebaut wurde sie im 10. Jahrhundert um die Bevölkerung vor den Angriffen der Araber zu schützen. Später erweitert diente sie den Venezianern als kühler Sommersitz in Zypern.
Eine verwinkelte, schmale Treppe führt uns unzählige Stufen bis zum Turm hinauf. Außer uns gibt es hier auch andere Touristen, die beim Hochlaufen genauso keuchen und schwitzen, wie wir. Die Aussicht auf das Meer und die Stadt Girne ist beindruckend und entschädigt für die Mühen des Aufstiegs.
In Augenhöhe entdecken wir eine schwarze sportliche Ziege auf dem Gipfel des benachbarten Berges, immer wieder erstaunlich wie die Viecher klettern können und das ohne Daumen.
Nach den Anstrengungen gönnen wir uns einen frisch gepressten Limonensaft. In Andreas Bauch manifestiert sich das Gefühl, dass etwas mit dem Frühstück heute Morgen nicht in Ordnung war. Wir dachten schon früher, dass es uns irgendwo mal auf der Reise erwischen würde, aber auf dem touristischen Zypern? Wir fahren zurück zum Hotel. Rózsika genießt noch die letzen Sonnenstrahlen am Pool, Andres liest im Zimmer und will auch nichts mehr essen.
Gegen 23 Uhr gehen wir ins Bett.
Überschaubare 55 Km haben wir heute hinter uns gebracht.
Unsere Route: