07.05.07 Güzelyurt-Soli-Vouni

 

Nach einem vorsichtigen Frühstück, schreiben wir den Reisebericht auf dem Hotelzimmer. Man glaubt gar nicht wie nützlich ein kleines Programm auf der Suche nach einem kostenlosen Internetzugang sein kann. Nach einer schnellen Aktualisierung der Website irgendwo am Straßenrand, fahren wir nach Güzelyurt. Die Sonne brennt, es ist um die 35°C, im Auto etwas mehr, da das Getriebe des Landrovers den Getriebetunnel und die Bodenbleche auf gute 45°C erwärmt. Eine tolle Konstruktion – Landrover-Kollegen wissen wovon wir reden.

Unser Weg führt uns durch die Ausläufer des Fünf-Finger-Gebirges. Die Straße schlängelt sich die Berge hinauf, eingesäumt von duftenden Pinienwäldern.

 

Die Orangenhaine bei GüzelyurtAuf der anderen Seite des Gebirges erreichen wir eine Ebene in der große Zitrusplantagen liegen. Die Bäumchen sehen wunderschön aus. Dichtes, saftig grünes Blattwerk in der Form einer Kugel umgibt den Stamm. Dazwischen hängen die leuchtenden Früchte. Orangen, Mandarinen, Zitronen, Limonen und Grapefruits wachsen hier. Als wir an einer Orangen- und Zitronenplantage halten und aus dem Auto steigen, fühlen wir uns wie im Backofen. Es hat inzwischen 38°C und die Sonne brennt, dass es unangenehm ist. Wie soll man das erst im August hier aushalten?! Die Bäume tragen schwer an der Last der Früchte. Die benachbarten Olivenbäume blühen gerade.

 

In Güzelyurt angekommen, besichtigen wir das Museum der Natur und Archäologie. Das Museum ist ziemlich klein, aber hat mit ein paar Kuriositäten aufzuwarten. Unter anderem befindet sich hier ein Schaf mit acht Beinen, ein weiteres mit zwei Köpfen, ein Sammelsurium aus verschiedenen einheimischen Vögeln, darunter auch Hühner und Tauben, Fische, Reptilien und Insekten. Der Zustand manches Exponates lässt zu wünschen übrig, man weiß sich jedoch zu helfen – der abgebrochene Hals eines Pelikans wird einfach wieder mit weißem Klebeband drangbeklebt – na also, geht doch!

 

In der archäologischen Abteilung ist das eindrucksvollste Exponat eine Artemis Statue, die man bei Ausgrabungen in der Nähe von Salamis fand.

 

Kloster St. MamasNeben an liegt das alte griechisch- orthodoxe Kloster St. Mamas, das gerade renoviert wird. Die Ikonen und Gemälde sind wunderschön. Wir drehen gleich mehrere Runden, weil das Innere der Kirche angenehm kühl ist. Auf dem gepflegten Kirchenhof entdecken wir wieder Blumen und Bäume, die wir noch nie gesehen haben. Der Gärtner, der gerade am Werkeln ist, kommt zu uns rüber und zeigt uns stolz seine Blumen, die unser Interesse geweckt haben.

 

 

Das Schwan Mosaik von SoliWeiter geht die Fahrt an der Küste, bis wir die Ausgrabungen von Soli erreichen. Hier gibt es ein paar sehenswerte Mosaiken einer Kirche aus dem 4. Jahrhundert zu bestaunen. Man erkennt unter anderem einen Schwan, eine Ente, Delphine und andere Tierdarstellungen. Das Grabungsgelände ist mittlerweile abgedeckt und unter dem Dach einer Wellblechhalle verschwunden.

 

 

 

Anschließend sehen wir uns das benachbarte Amphitheater an. Die Zuschauer konnten über die Bühne bis aufs Meer hinaussehen. Die Akustik ist brilliant. Auf dem Rückweg entdecken wir einen Blattkaktus in voller Blüte.

 

Die Palstanlage von VouniUnser letztes Ziel für heute erreichen wir anscheinend zu spät: ein abgeschlossenes Tor versperrt die Einfahrt zur Palastanlage von Vouni. Zugegeben - mit der Seilwinde ließe sich da bestimmt was machen, aber wir beschließen die letzen Meter zu laufen. Der Ausblick über die Ruinen auf das Meer entschädigt uns für den steilen Aufstieg in der Hitze. Die antike Anlage ist mittlerweile 2500 Jahre alt. Auch hier bewies man mit der Wahl des Standortes durchaus Geschmack.

 

Auf dem Rückweg essen wir in einem sympathischen Restaurant direkt am Meer. Zum gegrillten Fisch trinken wir einen frischen Limonensaft.

 

Als wir um 9 Uhr nach 138 km im Hotel ankommen, sind wir beide müde. Andreas kann trotzdem nicht schlafen - Bauchschmerzen plagen ihn erneut…Er versucht sich tapfer mit einem spannenden Buch abzulenken. Gegen Morgen schläft auch er ein.


 

Unsere Route: