09.05.07 Rund um Girne 2

 

Bereits in der Nacht werden wir immer wieder mal wach, weil es draußen stürmt und der Wind das Meer aufpeitscht. Als wir am morgen erwachen, ist es bewölkt, aber warm, um die 27°C. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch.

Heute gehen wir gemeinsam frühstücken – Andreas versucht es noch mal. Seit 36 Stunden hat er nichts gegessen. Mittlerweile hat er richtig Hunger, aber er isst vorsichtshalber nur zwei Scheiben Brot. So gestärkt hält uns nichts mehr im Hotel und wir gehen wieder auf Entdeckungstour.

 

Das Kloster BellapaisHeute wollen wir uns das Kloster Bellapais anschauen. Die alte Abtei thront einige Kilometer südöstlich von Girne auf einem Felsvorsprung des Fünf-Finger-Gebirges (türk. Bespamark). Das Hauptgebäude wurde vor 800 Jahren im goethischen Stil mit Unterstützung des zyprischen Königshauses gebaut, der Rest im darauffolgenden Jahrhundert. Die Decke ist an mehreren Stellen eingestürzt und im Innenhof wachsen große Zypressen, deren Spitzen sogar über das Gebäude hinausragen – ein beeindruckender Anblick. Die Wände sind so hoch und teilweise so gut erhalten, dass man sich vorstellen kann, wie schön und glanzvoll das Gebäude sein musste.

 

Iconen am HauptaltarHier lebten und arbeiteten Ordensleute des Prämonstratenser-Orderns. Wir bewundern einen riesigen Jasminbaum, der gleich nebenan seinen süßlichen Duft verbreitet. Wuchtige Kakteen stehen auf dem Gelände verteilt, die sich hier allem Anschein nach sehr wohl fühlen.

 

 

 

 

 

 

Die Umgebung hat sich seit Andreas letztem Besuch um einiges verändert. Es sind mehrere Restaurants und Hotels entstanden und die Touristen (größtenteils Engländer) haben die Gegend für sich entdeckt. Der alte Mann, der vor 9 Jahren Andreas Vater die Haare schnitt, führt mittlerweile ein kleines Restaurant in der ehemaligen Garage, wo er früher einen Friseursalon hatte.

 

Die Burg BuffaventoWir verlassen schließlich die Klosteranlage und fahren weiter Richtung Osten. Hoch ins Gebirge geht die Fahrt. Auf der Passhöhe angekommen biegen wir rechts von der Hauptstrasse ab. Der Weg führt nun auf dem Grat des Gebirges Richtung Westen. Von hier hat man einen wundervollen Blick auf die Mesoriya-Ebene im Inselinneren. Wir fahren weiter bis wir vor einer steilen Felswand stehen. Auf ihr thronen in einer Höhe von 954 m die alten Ruinen der Burg Buffavento. Im Jahre 1000 wurde sie als weiterer Verteidigungsposten erbaut und im 14. Jahrhundert von den Lusignan Königen erweitert. Weil Andreas noch etwas geschwächt ist, schenken wir uns die 600 Treppenstufen und den damit verbundenen mühevollen Aufstieg.

 

Ruinen des Klosters Sourp MagarWir drehen und fahren wieder Richtung Osten an den Hängen des Fünf-Finger-Gebirges. Unterwegs kommen wir an den Ruinen des armenisches Klosters Sourp Magar vorbei. Das Kloster in seiner heutigen Form entstand in den Jahren 1811-14, nachdem ein Erdbeben die alten Gebäude aus dem Mittelalter zerstört hatte. Zur Zeit wird die Anlage restauriert und soll Wanderern als einfache Unterkunft dienen. Als armenisches Erbe hatte es die Anlage in den Jahren nach der türkischen Invasion von 1974 nicht leicht und war Vandalismus und Verfall schutzlos ausgeliefert. Im Innenhof duften blühende Orangenbäume.

 

Unweit davon entfernt halten wir gegen 15 Uhr um uns etwas zu kochen. Das warme Essen tut gut, mal schauen, was Andreas Bauch dazu sagt.

 

Nach 96 km durch Zyperns Bergwelt kommen wir wieder im Hotel an. Die Sonne lugt ab und zu aus den Wolken hervor, aber immerhin! Wir lassen uns auf ein weiteres Experiment ein und essen im Hotel-Restaurant zu Abend. Danach wird an der Webseite gearbeitet. Wir freuen uns heute einiges gesehen zu haben und nicht den Tag im Bett, bzw. im Hotelzimmer verbracht zu haben.


 

Unsere Route: