12.05.07 Famagusta

 

AutowäscheWir stehen gegen 7 Uhr auf und stellen freudig fest, dass sich die Sonne zeigt. Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Süden. An einem Brunnen halten wir an und entfernen den gröbsten Schlamm vom Auto, denn man kann schon keinen Türgriff mehr anfassen. Ebenso werden unsere Schuhe von der dicken Schlammsohle befreit.

 

 

 

 

 

Heute wollen wir nach Famagusta fahren und uns dort in der Umgebung die Ausgrabungen von Salamis ansehen. Unterwegs suchen wir nach einem Plätzchen am Strand, wo wir die Nacht verbringen können. Leider liegt hier viel Müll herum. Neben unserem geparkten Auto ragen die Blütenstängel von mehren Agaven bis zu 5 Meter hoch in den Himmel.

 

Auf der weiteren Fahrt sehen wir einen Campingplatz, den wir besichtigen wollen. Vielleicht ist das hier ein Plätzchen für die Nacht. Wir parken das Auto am Eingang, fragen an der Rezeption nach Erlaubnis und laufen ein wenig herum. Was für ein Anblick. Wir fragen uns wer hier freiwillig Urlaub macht?! Der Platz ist voller Dauercamper und schaut aus wir ein riesiger Schrottplatz. Die Toilettenhäuschen sind schwer renovierungsbedürftig und total verdreckt. Wasser scheint es auch nicht zu geben. Vielleicht sind wir auch noch zu früh im Jahr unterwegs. Also rückwärts wieder raus und weiter geht’s.


Die Ausgrabungen von SalamisWir besuchen die Ausgrabungen von Salamis. Auf einem riesigen Gelände ist hier eindeutig der Höhepunkt aller historischen Sehnenswürdigkeiten Nordzyperns zu besichtigen. Gleich am Eingang befinden sich die Überreste eines großen Thermengymnasiums. Neben einigen Stauen gibt es hier auch noch prächtige Mosaike zu bewundern.

 

 

 

 

 

Das AmphitheaterNeben der Therme liegt das Stadion, dem sich ein großes Amphitheater anschließt. Zwischen Eukalyptus- und Akazienbäumen liegen weitere viele Grundmauern, deren früherer Verwendungszweck sich dem heutigen Besucher nicht mehr erschließt. Hier und dort ragen Marmorstümpfe unter einem Busch hervor. Am Ende des Geländes liegt eine große Necropole.

 

 

 

Die antike Stadt wurde ca. 1075 v. Chr. Gegründet und beherbergte zu ihrer Hochzeit (45 n. Chr.) um die 100.000 Einwohner. Sie war die Vorgängerin von Famagusta.

 

Die Sonne scheint und es ist um die 28°C. Nur ein paar hundert Meter von den Ausgrabungen Salamis entfernt, entdecken wir einen Picknickplatz, wo wir unser Mittagessen im Schatten vorbereiten. Danach fahren wir nach Famagusta (Gazimagusa), welches ursprünglich ein kleiner Handels- und Fischerhafen war. Die Kreuzfahrer haben die Stadt zu einer Festung ausgebaut. Die Stadtmauer wurde von den Venezianern bis zu 17 m Höhe und 9 m Breite erweitert.

 

 

St. Nikolaus KathedraleNicht weniger als 365 Kirchen sollen innerhalb der Stadtmauern gestanden haben. Die ehemalige, im goethischen Stil gebaute St. Nikolaus Kathedrale war einst Krönungskirche gewesen. Nach der osmanischen Eroberung der Insel 1571 wurde sie umgewandelt in die heutige Moschee. Die Kirche bietet einen merkwürdigen Anblick mit dem nicht dazu passenden, aufgesetzten Minarett.

 

 

 

 

Die ZitadelleDie Zitadelle der Stadtbefestigungsanlage beherbergt den sagenumwobenen Othello Turm. Hier legte Shakespeare die Handlung für das Drama Othello, der Mohr von Venedig an. Die Übersetzung des Titels ist jedoch irreführend, da hier mit Mohr kein dunkelfarbiger Mann gemeint war, sondern Shakespeare bezog sich auf den venezianischen Gouverneur der Insel Christophero Moor. Man nimmt an, dass Leonardo da Vinci Zypern während der Bauarbeiten in 1481 besuchte und die Venezianer bei der Architektur der Verteidigungsanlagen von Famagusta unterstützte.

 

 

Die Gesiterstadt VaroshaWir fahren zur Grenze zwischen Nord- und Südzyperns. Hier stehen am feinsten Sandstrand ganze Hotelburgen seit 1974 leer. Eine große Geisterstadt, in der die Wunden des Krieges noch bis heute sichtbar sind. Überall stehen Schilder: militärisches Sperrgebiet.

 

 

 

 

 

 

Anschließend fahren wir auf der Autobahn zurück zum Meer Richtung Norden. In der Nähe von Esentepe in einem Olivenhain suchen wir uns ein nettes Plätzchen zum Übernachten. Es ist sehr ruhig und schön hier, wir sehen sogar das Meer durch die Baumkronen. Nach einer heißen Suppe gehen wir kurz nach dem Einbruch der Dunkelheit ins Bett. Wir freuen uns schon auf die nächsten Tage. Andreas scheint es endlich besser zu gehen und das Wetter zeigt sich nun auch von seiner besten Seite.

 


 

Unsere Route: