13.05. - 30.05.07 Die gelben Engel

 

…zwei Stunden später bekommt Andreas über 40°C Fieber. Es geht ihm sehr schlecht. Dazu kommen jetzt auch noch Angstzustände und Erbrechen. Rózsika verbringt die ganze Nacht damit, Andreas immer wieder feuchte Tücher auf Brust und Nacken zu legen, während dieser sich immer wieder übergeben muss.

 

Gegen 5 Uhr packt Rózsika das Auto und wir fahren zurück ins Topset Hotel. Dort ruft sie einen Arzt, der bereits 20 Minuten später da ist. Nach einer Spritze sinkt das Fieber leicht, steigt aber nach 2 Stunden wieder an. Nach einer weiteren fürchterlichen Nacht, verbringt Andreas die nächsten Tage in einer Klinik, wo er mit Infusionen und Antibiotikum behandelt wird.

 

Er verträgt das Antibiotikum nicht und kann weder trinken, noch essen. Er übergibt sich im regelmäßigen Abstand von 20 Minuten. Infolge einer Bakteriellen Infektion oder durch den Befall eines Virus in Kombination mit einer lang gehegten Bronchitis ist sein Immunsystem zusammengebrochen.

 

Als er ein Paar Tage später endlich etwas zu sich nehmen kann, freuen wir uns zu früh: Wegen der Unterversorgung mit Flüssigkeit und Elektrolyten stellen sich plötzlich starke Muskelschmerzen in den Beinen ein. Dank den Schmerzmitteln kann er immer wieder mal kurz eindösen, ansonsten liegt er auch nachts wach in seinem Bett. Jetzt ist auch der Rücken davon betroffen.

 

Der Zustand verschlimmert sich noch weiter in den nächsten Tagen, so dass Andreas kaum noch Laufen kann und nur unter größter Mühe ins Auto steigen kann, als wir erneut zum Arzt fahren. Hier macht man uns wieder Mut. Es gibt eine Spritze und 2 Liter Infusion mit leckeren Vitaminen und Elektrolyten für Andreas. Für Rózsika stellt sich der Arzt persönlich in die Küche und kocht etwas. Als die Infusion nach 6 Stunden durchgelaufen ist, fahren wir wieder frohen Mutes ins Hotel.

 

In drei Tagen soll Andreas wieder einigermaßen hergestellt sein. Seit dem 13.05. ist er jetzt das erste Mal schmerzfrei. Doch die Freude währt nur kurz und nach 2 Stunden ist alles wie vorher.

 

Leider stellt sich in den nächsten Tagen keinerlei Besserung ein. Im Gegenteil – die Muskelschmerzen ziehen nun auch in Brust und Arme und sind nun so stark, dass Andreas nachts kein Auge mehr zumachen kann.

 

Nun ist es genug. Nach einem Telefonat mit dem ADAC wird ein Krankenrücktransport veranlasst.

Aber wir müssen es irgendwie aufs Festland schaffen, da wir das Auto nicht im Zoll in Zypern einstellen können. Also packt Rózsika am Morgen des 28.05. unsere ganze Habe zusammen und fährt mit Andreas zum Hafen nach Girne.

 

Nach 8 Stunden Geschaukel erreichen wir den Hafen von Tasucu. Dort wartet ein Abschleppwagen auf uns, der uns nach Adana bringt.

 

Den nächsten Tag verbringen wir mit fürchterlichen Formalitäten um das Auto im Zoll unterzustellen. Andreas taumelt von einem Schreibtisch zum nächsten, um alle Formulare zu unterschreiben. Zwischendurch müssen wir immer wieder warten oder zu einem anderen Amt fahren. Gegen Nachmittag verabschieden wir uns von unserem Landrover, den wir auf dem Zollhof zurück lassen müssen. So hatten wir uns das Ende unserer Reis sicher nicht vorgestellt.

 

Am nächsten Morgen um 3:00 Uhr werden wir im Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht. Wie erschlagen, aber überglücklich kommen wir um 10:30 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen an.

 

In den kommenden Tagen wird Andreas gründlichst untersucht, aber die Verursacher des ganzen Chaos haben schon Reißaus genommen und man findet weder einen Virus, noch irgendwelche Bakterien.

 

Sehr langsam aber beständig macht Andreas Woche für Woche Fortschritte. So dass wir nun auch wieder einen kurzen Spaziergang unternehmen können.

 

Die Freude ist groß, als schließlich unser Auto 3 Wochen nach uns ankommt.

 

An dieser Stelle möchten wir dem ADAC ein großes Lob aussprechen, der unseren Rücktransport völlig unbürokratisch, aber hoch professionell durchgeführt hat. Die Betreuung und der Service waren einfach sensationell! Unser Auto hatte nach dem langen Rücktransport weder einen Kratzer und noch eine Beule.

 

Zur Zeit besucht Andreas regelmäßig einen Physiotherapeuten und trainiert seine Muskulatur, während Rózsika sich fleißig auf ihren nächsten Job vorbereitet.

 

Jetzt werden sich Einige bestimmt fragen: Hat sich denn das Alles gelohnt, bei dem hohen Preis? Und unsere Antwort ist: Jeden einzelnen Cent war es wert!