Reise Tagebuch

 

Reisen veredelt den Verstand und räumt gründlich mit unseren Vorurteilen auf."
Oscar Wilde

Tipps

 

"Hinterher ist man immer schlauer" - Wer auch immer diesen Spruch geformt hat, er hatte Recht!

Um viele Dinge haben wir uns in der Vorbereitungsphase einen großen Kopf gemacht. Im Nachhinein kam dann alles ganz anders, daher an dieser Stelle ein paar Tipps von uns.

 

 

■ Auto-Ausrüstung

■ Bankbürgschaft

■ Carnet de Passages

■ Einkaufen und Essen im Iran

■ Fotografieren

■ Freistehen in Ostanatolien

■ Freistehen und Camping im Iran

■ Gastfreundschaft

■ Geld

■ Geschenke verteilen

■ Handy/ Telefon/ Satelliten Telefon

■ Klamotten waschen

■ Kleiderordnung Iran

■ Navigation

■ Reiseapotheke

■ Strassenzustand

■ Tanken unterwegs

■ Verkehr

■ Visa-Beschaffung

■ Wasserversorgung

 

 

Auto-Ausrüstung

So ein Fahrzeug wird schnell zum Hobby und wie alle Hobbys verschlingt es dann Unsummen an Geld. Jeder muss natürlich selbst entscheiden, was er alles mitnimmt und wieviel Komfort man unterwegs haben möchte.

 

Bei unseren Reisen haben wir nur die Erfahrung gemacht, je mehr man in so eine Karre einbaut, umso mehr kann man sich darüber ärgern, wenn ständig etwas verreckt für das man viel Geld ausgegeben hat und auch noch Stunden daran herumgeschraubt hat.

 

Wenn das Fahrzeug schließlich bis unters Dach voll ist mit GPS, Satelliten Telefon, Notebook, Handy, Bordcomputer, Fotoausrüstung und anderen Wertgegenständen, dann wird man den Ausflug zu einer Ausgrabungsstätte kaum genießen können, weil man nur daran denkt, ob das Auto nachher noch da steht.

 

Wenn man alleine unterwegs ist, wird man es nicht riskieren eine extreme Offroad-Passage meistern zu wollen. Der Gefahr, daß man steckenbleibt oder einen Totalverlust erleidet, möchte man sich auf langen Reisen nicht unbedingt aussetzen. Wenn man zu zweit unterwegs ist, dann schaut es schon wieder anders aus.

 

Die Ersatzteilfrage kommt auch immer wieder auf. Die Schrauberwerkstätten unterwegs sind meist echte Könner, die noch wirklich was vom Improvisieren verstehen. Wir hatten nur einen Liter Öl, ein paar Schrauben, Klebeband und ein wenig Draht mit. Sollte mal wirklich etwas kaputt gehen, dann hat man eh immer das Falsche dabei.

 

Letztendlich hätte man unsere Tour auch mit einem Golf fahren können, aber bei weitem nicht so stilvoll ;-)

 

Der eine oder andere Weg zum Strand oder ins Gebirge wird einem dann verwehrt bleiben, aber man kann sich vom ersparten Geld, was nicht in Seilwinde, Dachzelt, Hi-Lift und Extrem-Fahrwerk geflossen ist, jeden Abend ein 5 Sterne Hotel leisten. Aber das muss jeder selbst entscheiden.

 

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Bankbürgschaft

Bei der Beantragung einer Bankbürgschaft erlebten wir bei unserer langjährigen Hausbank eine Überraschung. Man sagte uns, dass sie leider nur Mietbürgschaften oder Warenavalkredite vergeben dürfen.

 

Also suchten wir uns nach einem verlässlicherem Partner um und fanden diesen mit der Deutschen Bank. Hier stellte man uns die gewünschte Bürgschaft aus.

 

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Carnet de Passages

Das Carnet de Passages ist ein Grenzdokument, welches zwingend für die Einreise mit dem eigenen Fahrzeug in den Iran vorgeschrieben ist. Es wird für die vorübergehende zollfreie Einfuhr von Land- und Wasserfahrzeugen verlangt. Es kann in mehreren Ländern benutzt werden und ist ein Jahr gültig. Es enthält keinen Versicherungsschutz für das Fahrzeug.

 

Die Beantragung läuft über den ADAC. Dabei ist eine bestimmte Summe an Geld als Sicherheit beim ADAC zurückzulegen. Dies kann in Form von Bargeld oder einer Bankbürgschaft geschehen. Die zu hinterlegende Summe richtet sich nach dem aktuellen Fahrzeugwert und ist im Iran ca. 75% des selben. Da kommt also schnell ein ordentlicher Betrag zusammen.

 

Man kann auch direkt bei der Einreis in den Iran ein Carnet am Grenzübergang in Bazargan lösen. Dies dauert jedoch ca. 5 Stunden und kostet 150 Euro. Es ist nur für einen Zeitraum von 7 Tagen gültig, daher keine wirkliche Alternative.

 

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Einkaufen und Essen im Iran

In den großen Städten gibt es mittlerweile auch schon Supermärkte. Dies ist aber noch die Ausnahme. Ansonsten dreht sich hier alles um den Bazar. An den Straßen gibt es viele Stände, die Gemüse und Obst verkaufen, so daß man sich hier gut eindecken kann. Wichtig ist hier immer alles gut waschen - am besten schälen! Auch hier gilt der alte Spruch der Overlander: "Cook it, peel it or leave it"

 

Das Essen im Iran ist leider etwas eintönig. Überall bekommt man Kebabs angeboten, aber die leckeren traditionelle persische Küche sucht man in den meißten Restaurants vergebens. Diese wird einem nur zu Teil, wenn man eine persönliche Einladung annimmt.

 

In den großen Städten schießen Fast Food Restaurants im amerikanischen Stil wie die Pilze aus dem Boden, man bekommt nur noch Pizza und Hamburger. Sehr zu unserem Bedauern.

 

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Fotografieren

In vielen Reiseführern wird man dazu angehalten nur mit äußerster Vor- und Umsicht im Iran zu fotografieren. Menschen sollte man in jedem Fall vorher fragen.

 

Wir waren anfänglich recht eingeschüchtert, was sich aber bald legte. Bei Aufnahmen von Personen haben wir vorher immer gefragt und nur ein einziges Mal eine Absage bekommen. Ansonsten freute man sich über unser Interesse und ließ sich bereitwillig ablichten. Wir wurden sogar öfters angesprochen, ob wir nicht ein Foto gemeinsam machen könnten.

 

Vorsicht ist allerdings in der Türkei geboten!!! Polizei oder Militär versteht da keinen Spaß und eine Kamera verschwindet da schnell einmal im Gewahrsam. Zusätzlich darf man dann noch bei einem Tee mehrere Stunden auf einer Wache verbringen und eine Aussage machen. Diese Erfahrung sollte man sich sparen!

 

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Freistehen in Ostanatolien

Die politsiche Situation in den Kurdengebieten ist recht angespannt. Viel Militär ist hier unterwegs. Selbst wenn wir kurz angehalten haben um etwas zu Fotografieren, dauerte es nur wenige Minuten, bis das Militär uns ausgemacht hatte und uns freundlich zur weiterfahrt aufforderte.

 

Ebenso verhält es sich beim Freistehen. Nachts klopft es dann am Auto und man wird in Begleitung eines Spähpanzers zur einer "sicheren" Übernachtungsstelle geführt.

 

Aus diesen Gründen ist Freistehen dort so gut wie unmöglich. Es wird empfohlen sich bei einer Polizeistation zu melden oder in einem Hotel unterzukommen.

 

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Freistehen und Camping im Iran

Camping gibt es nicht im Iran, wohl aber die Möglichkeit sich mit seinem Wohnmobil auf den Parkplatz eines Hotels zu stellen und die sanitären Einrichtungen von diesem für eine Gebühr zu benutzen. Hier muss man verhandeln, da die Preisvorstellungen für eine Dusche stark differieren.

 

Wir haben auch mal frei gestanden, ohne in irgend eine Art und Weise behelligt worden zu sein. Allerdings sollte man ein wenig vorsichtig sein, denn ein ausländischer Camper verursacht leicht einen Volksauflauf. Dann ist es um die Ruhe geschehen.

 

Wenn man nach einer Übernachtungsmöglichkeit fragt, wird man nicht selten eine Einladung bekommen. Hier sollte man auf sein Gefühl achten, ob man die Einladung annehmen möchte oder nicht. Generell führen die Leute nichts böses im Schilde, denn es heißt: Der Gast ist ein Geschenk Gottes. Und genau so sollte man sich dann auch bei einer Einladung zu benehmen wissen.

 

Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, wobei wir nur gute Erfahrungen im Iran gemacht haben.

 

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Gastfreundschaft

Die Gastfreundschaft im Iran ist sehr groß. Es heißt: Der Gast ist ein Geschenk Gottes. Wenn man es darauf anlegen würde, könnte man sich durch den ganzen Iran hindurch schnorren.

 

Wir haben auch die Erfahrung gemacht, daß uns Hilfe angeboten wurde, die wir gerne annahmen. Da wurde bei Behörden Geld für uns vorgelegt und ein halber Tag investiert. Am Ende wollte man von uns kein Geld haben, obwohl wir es so ausgemacht hatten. Hier muss man allerdings vorsichtig sein. Die Mentalität der Leute verbietet es ihnen etwas für ihre Bemühungen einzufordern. Nachdem wir dreimal nachgefragt hatten, haben wir dann unsere Schulden beglichen. Hätten wir dies nicht gemacht, wäre die Entäuschung unseres freundlichen Partners groß gewesen. Ob er nochmal einem Reisendem geholfen hätte ist fraglich.

 

Folgt man einer Einladung, so ist es selbstverständlich ein kleines Gastgeschenk mitzubringen. Dies muss wirklich nichts großes sein - hier zählt die Geste! Wir haben z.B. eine kleine Schale mit Süßigkeit mitgebracht.

 

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Geld

In der Türkei kann man in allen Städten an einer Bank Geld an einem EC-Automaten ziehen.

 

Im Iran gibt es diese Möglichkeit nur am Flughafen in Teheran! Alles Geld, welches man für die Reise benötigt, muss man als Bargeld mitführen!

 

Wir haben überall gelesen, daß man nur US-Dollar von Reisenden in Hotels annimmt. Das stimmt so nicht, teilweise akzeptierte man US-Dollar, woanders mussten wir vorher auf der Bank Geld tauschen um mit iranischen Rial bezahlen zu können.

 

Gerne werden Euro genommen, so daß man nicht mehr dazu gezwungen ist US-Dollar mitzunehmen.

 

Geld tauschen ist im Iranin den Banken eine langwieriges Unterfangen. Man sollte dafür eine 3/4 Stunde einplanen. Viele Formulare sind auszufüllen.

 

In den Wechselstuben geht dies deutlich einfacher und der Kurs ist meißt ein wenig besser.

 

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Geschenke verteilen

Bevor wir losgefahren sind haben wir uns viele Gedanken gemacht, ob wir kleine Geschenke für Kinder unterwegs mitnehmen. Man hört ja immer wieder die Geschichten von Kugelschreibern und Feuerzeugen von Afrika Reisenden.

 

Dort hat sich die Situation mittlerweile so zugespitzt, das Reisende in Ätiopien von Kindern so in Bedrängnis gebracht werden, daß es teilweise ein echter Spießrutenlauf geworden ist. Die Kinde dort schrecken auch nicht davor zurück die Autos mit Steinen zu bewerfen.

 

In der Osttürkei haben wir auch schon ähnliche Geschichten von Reisenden gehört. In diesem Sinne halten wir es nicht für sinnvoll, den Kindern beizubringen, daß fremde Autos Geschenkspender sind.

 

Unsere Erfahrung mit Kindern in Ostanatolien war, daß man hier nur an Geld interessiert ist. Die Gegenden sind bitter arm, aber dises Problem wird man kaum mit ein paar türkischen Lira auf eine Kinderhand lösen können.

 

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Handy/ Telefon/ Satelliten Telefon

Anfänglich hatten wir uns Gedanken gemacht, ob wir im Iran unser Handy benutzen können. Irgendwo hatten wir gelesen, daß Roaming aufgrund eines Wirtschaftsembargos nicht möglich sei. Letztendlich ist das Handyempfangsnetz im Iran aber gut ausgebaut und wir konnten fast überall telefonieren. Ein teuerer Spaß ist es natürlich schon, deshalb beschränkten wir uns hauptsächlich auf SMS.

 

In der Türkei ist das Handynetz generell gut ausgebaut, wenn auch im Osten etwas dünner.

 

Der Einsatz eines Satelliten Telefons macht im Iran vermutlich wenig Sinn, da man dort kaum verloren gehen kann. Auch in den einsamen Ecken trifft man einen Hirten oder sonst jemanden. Alleine sollten man sowieso nie offroad in die Wüste ziehen, so daß man noch eine Backup-Lösung zur Hand hat.

 

Wenn man ein Satelliten Telefon dabei hat, sollte man sich immer darüber im klaren sein, daß man zwar schnell Hilfe rufen kann - bis die aber schließlich vor Ort ist, können Stunden oder Tage vergehen.

 

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